Unkraut konsumieren
Christoph Ibrahim, Franziska Müller Reissmann & Raffael Cavegn
Wir definieren uns über unseren Konsum, aus einem Gegenstand kann ein Liebhaber:innenstück, aus einem Produkt ein Statement und aus einem Brand eine Lebensphilosophie werden. Und als Designer:innen bestimmen wir massgeblich mit, was konsumiert wird. Mit dem Ziel, sozial, ökologisch und ökonomisch verantwortungsvoll zu agieren, nutzen wir als Ausgangslage in diesem Workshop die regional ansässige Brennnesselpflanze, ein sogenanntes Unkraut mit beträchtlich viel ungenutztem Potential, als Rohstoff für eigene Designentwürfe.

Emilia Lendi
Mit dem Ziel sozial, ökologisch und ökonomisch verantwortungsvoll zu agieren, nutzten wir in diesem Workshop als Ausgangslage die Brennnesselpflanze, als Rohstoff für Designs. Ein sogenanntes Unkraut mit beträchtlich viel ungenutztem Potential. Wir starteten mit einem Input über die «Brennnesselpflanze». Vermittelt wurden die vielseitigen Eigenschaften dieser Pflanze und deren möglichen Einsatzgebiete als Materialressource für Designs. Danach wurden bereits bestehende Design- und Materialbeispiele analysiert. Zudem wurde der Begriff des Unkrauts hinterfragt. In einem zweiten Input wurde die Brennnesselfaser genauer thematisiert, sowie auch andere Fasertypen kritisch betrachtet und diskutiert. Der Fokus wurde auf die Bastfasern und auf die Herausforderungen von Groß-Produktionen in der Textilindustrie gelegt. Die anschließende Diskussion beschäftigte sich mit Themen wie einem möglichen Umdenken des Konsumverhaltens und der Abfallentsorgung in der Modeindustrie. Am Nachmittag wurden selbstständig und/ oder in kleinen Gruppen einzelne Designkonzepte zum Thema erarbeitet. Die Aufgabenstellung war ein Produkt/Produktkonzept aus der Brennnesselpflanze zu erstellen. Die Resultate wurden danach im Kollektiv besprochen. Ziel des Workshops war es, den Begriff des Unkrauts zu überdenken und folglich einen differenzierten Blick auf wild wachsende Pflanzen einzunehmen und die Brennnessel als alternative Materialressource kennenzulernen.



Die Idee ist, dass die Brennessel und ihren reizenden Biss wie eine Therapie eingesetzt, genau wie bei den Therapien, wo Patient:innen von Bienen gestochen werden, weil die Stiche gegen Blutgerinnung und Bluthochdruck helfen. Die in der Brennessel vorkommende Säure ist die gleiche, wie im Bienenstich: Ameisensäure. Es gibt auch Studien, die zeigen, dass Dolchstiche gegen Infektionen und viele andere Probleme helfen.
Luka Vego
Genutzt wurde die online Plattform Zoom, um die verschiedenen Inputs zu präsentieren. Diskutiert wurde ebenfalls auf dieser Online Plattform. Danach wurden individuell verschiedenste Medien genutzt, um Visualisierungen von Prototypen zu machen. Die Teilnehmer:innen haben hierfür gekocht, gezeichnet, gerendert, gefilmt, fotografiert, geflochten, getrocknet, gefärbt etc.

Severin Fischli






Flavia Bienz
Entstanden sind 15 Prototypen / Visualisierungen von Produkten oder Produktkonzepten. Beispielsweise wurde ein Konzept realisiert, dass die Brennnessel nutzt, um Monokulturen aufzubrechen oder ein anderes Konzept, welches die Kraft der Brennnessel nutzt, um unerwünschte Berührungen zu verhindern. Ein Konzept will aus der Brennnessel Druckerfarbe herstellen. Es wurde eine Brennnesselpizza gebacken, Brennnesseltee gekocht und dessen Verpackung visualisiert. Und um die Blätter für den Tee zu sammeln wurden ebenfalls verschiedenste Tools entwickelt. Von einer schmerzhaften Brennnesseltherapie über ein DIY-Insektenhotel bis hin zu einer Brennnessel(apo)theke entstanden spannende Produkte und Konzepte.
Aus dem Workshop resultieren viele Ideenansätze, die aus einem sogenannten Unkraut eine interessante Materialressource machen.

Elena Kaeser

Liam Gerber


Luisa Zieglmeier


Virgilia Ramella, Julia Mann


Christian Meier

Sonja Keller


Tamina Kronenberg











Leonie Dittli


Lea Ermuth

Michael Kämpfer